Treffen deutscher Elfenbeintürme

Am 14. Januar 2005 trafen bei Sandra Maischberger auf n-tv Herr Prof. Hans-Werner Sinn, (Präsident ifo-Institut) und Prof. Peter Bofinger (Wirtschaftsweiser) aufeinander und diskutierten über die ökonomische Zukunft Deutschlands.

Thema: Standort Deutschland Đ besser als wir glauben oder kaum noch zu retten? Zwei Wirtschaftsexperten und ihre unterschiedlichen Analysen und Konzepte.

In der Diskussion stellten Herr Prof. Sinn und Herr Prof. Bohfinger ihre Konzepte für die Zukunft Deutschlands vor. Auf den Punkt gebracht sind sich beide in der ökonomischen Bedrohung einig: In Deutschland wird zu wenig investiert!

In der Ursache stehen sich jedoch beide in ihrer Meinung offensichtlich konträr gegenüber. Während Herr Prof. Sinn die Auffassung vertritt, dass die Kosten in Deutschland zu hoch sind und die Investoren deshalb bevorzugt im Ausland investieren ist Herr Prof. Bohfinger der Meinung, dass die Inlandsnachfrage zu niedrig ist und deshalb die Löhne steigen müssten.

Beide Wissenschaftler fanden zu keiner gemeinsamen Linie, dabei liegt sie möglicherweise mit der "Produktiven Wohlstandskomponente" auf der Hand: Wenn die Kleinanleger in die Aktien der großen Konzerne investieren, werden die Gewinne der Konzerne auf die Konten der Kleinanleger transferiert, sind somit einkommenswirksam und steigern die Binnennachfrage. Die Nachfrage führt zu einem steigenden Waren- und Dienstleistungsangebot und einem steigenden Bedarf an Arbeitskräften, wodurch die öffentlichen Kosten insgesamt fallen. Beide offensichtlich konträren Standpunkte könnten vereint werden.